CBD und Doping bei Tieren

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CANNABINOIDE, dazu zählen Cannabis, Haschisch und Marihuana sowie das synthetische Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabi­mi­me­tika, sind nach dem Dopingreglement der WADA (The World Anti-Doping Code. The 2018 Prohibited List. International Standard. 1.1.2018) im Wettkampf verboten. D. h. CANNABINOIDE dürfen bei einer Wettkampfdopingkontrolle nicht nach­gewiesen werden.

Ausgenommen hiervon ist Cannabidiol (CBD), das heißt die Anwendung von Cannabidiol ist zunächst mit dem Dopingreglement der WADA (The World Anti-Doping Code. The 2018 Prohibited List. International Standard. 1.1.2018) vereinbar und stellt keinen Dopingverstoß dar. Bitte beachten Sie jedoch, dass Cannabidiol Öl aus Cannabispflanzen je nach Produkt verschiedene Konzentrationen an THC enthalten kann, die zu einer positiven Dopingkontrolle und ggf. einem Dopingverstoß führen können.

Diese Regelung gilt auch im Jahr 2019.

Der weltweit seit 11. Mai 2013 gültige, von der WADA festgelegte Grenzwert für Carboxy-THC (Hauptmetabolit von THC) innerhalb von Wettkämpfen liegt bei 150 ng/ml Urin.Dieser Grenzwert gilt für alle WADA-akkreditierten Labore weltweit. D. h. alle zugehörigen Anti-Doping-Organisationen und internationalen Sportverbände, die den WADA-Code anerkannt haben, erkennen auch diesen Grenzwert an. Dies gilt auch für Deutschland und die NADA Deutschland. Die NADA Deutschland setzt grundsätzlich die von der WADA vorgegebenen Anti-Doping-Bestimmungen für Deutschland um. Somit gelten Dopingproben mit einem THC-Wert oberhalb von 150 ng/ml seitdem als positiv, unterhalb als negativ.

Aufgrund der langen Nachweisbarkeit von bis zu mehreren Wochen nach dem Konsumempfiehlt sich für Leistungssportler jedoch ein genereller Verzicht auf den Gebrauch von Cannabinoiden. Davon ab­ge­se­hen sind Cannabinoide bei einigen Verbänden und Sportarten wegen des hohen Sicher­heits­risikos oder aus ethischen Gründen grundsätzlich ver­boten. Bitte wenden Sie sich für weitere Informationen diesbezüglich an Ihren Sportfachverband.

Zudem sind Cannabidiol-haltige Produkte in Deutschland derzeit überwiegend als sogenannte Nahrungsergänzungsmittel erhältlich. Eine genaue Aussage hinsichtlich der Dopingrelevanz von Produkten können wir als NADA jedoch nur für Arzneimittel treffen.    

Bei nicht als Me­di­ka­men­ten hergestellten und geprüften Produkten warnen wir wegen der mög­lichen Gefahr einer Kon­ta­mi­nierung mit für Sportler verbotenen Substanzen vor Kosmetika, so genannten Nah­rungs­er­gänzungsmitteln und Lifestyle Produkten, auch mit angeblich rein pflanz­­licher Zu­sam­men­set­zung. Diese unterliegen nicht den strengen Her­stel­lungs- und Zu­las­sungs­kriterien wie Arzneimittel.

Eine Studie des Institutes für Biochemie (www.dopinginfo.de) der Sporthochschule Köln ergab, dass eine Vielzahl von Nahrungs­ergänzungsmitteln und als Fatburner beworbene Präparate – gerade aus dem nicht-euro­pä­ischen Raum, aber auch von deut­schen Herstellern, die im oder für das Ausland abfüllen lassen, – Stimulanzien, Hormone und/oder Anabolika enthielten. Konsumiert ein Sportler solche Nahrungsergänzungsmittel, können an­schließend abgegebene Urinproben positive Ana­lysen­befunde auf eine Ein­nah­me von ver­bo­te­nen Stimulanzien oder Steroidanabolika liefern. Nach dem gültigen WADA Reglement erfüllt dies den Tat­be­stand des Dopings. Daher wird eindrücklich vor der Anwendung von Nah­rungs­ergänzungsmitteln gewarnt. Das Risiko trägt der Konsument, der konsumierende Sportler.

  • In Deutschland bietet die so genannte „Kölner Liste“ des Olympiastützpunktes Rheinland unter www.koelnerliste.com Herstellern von NEM die Möglichkeit zur Selbstauskunft. Sie nennt auch Produkte, die mindestens einmal am Zentrum für Präventive Dopingforschung der Deutschen Sporthochschule Köln unabhängig getestet wurden. Zudem beinhaltet sie seit kurzem einen besonderen „Service für Testpool-Athleten“.
  • Sie können auch den Hersteller der von Ihnen angefragten Produkte direkt anschreiben und um eine Auskunft bitten.
  • Die Kollegen aus den Niederlanden bieten mit ihrer NZVT-Datenbank (Netherlands Security System Nutritional Supplements Elite Sports) einen ähnlichen Service an.
  • Weitere Produkte können unter www.informed-sport.com/  und unter www.nsfsport.comabgefragt werden.
  • Unter http://www.usada.org/supplement411 finden Sie Informationen der US-amerikanischen Anti Doping-Agentur zu Nahrungsergänzungsmitteln.

Bei einer Kontrolle sollten alle eingesetzten Medikamente an­gegeben werden. Weitere Hinweise finden Sie auf unserer Homepage www.nada.de unter „Medizin“ sowie in unserer Me­di­­kamentendatenbank www.nadamed.de, über die Sie – mit einem aktuellen Browser – die Dopingrelevanz von Medikamenten direkt abfragen können.

Bezüglich der Regelungen für Pferde im Reitsport wenden Sie sich bitte an unsere Veterinärmedizinerin Frau Dr. Julia Otten, zu erreichen unter julia.otten@nada.de.

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