CBD lindert Entzugs-Symptome bei Methamphetaminabhängigkeit

Noch immer wird Cannabidiol (CBD) gern als der sekundäre Wirkstoff von Cannabis bezeichnet. Tetrahydrocannabinol (THC) hat die eindeutig spürbarere unmittelbare Wirkung, da es psychoaktiv ist. Es wurde außerdem zuerst entdeckt und kommt in den meisten Cannabispflanzen auch in höherer Konzentration vor als CBD. Was allerdings die medizinische Relevanz anbelangt, so wird CBD zunehmend interessanter. Mittlerweile verwenden sehr viele Menschen das Cannabinoid zur Förderung der Gesundheit oder zur Behandlung zahlreicher Erkrankungen. Der wachsende wissenschaftliche Kenntnisstand öffnet immer mehr Möglichkeiten für den Einsatz von Cannabidiol.

Auch für die Suchtbehandlung wird CBD zunehmend bedeutend

Neben der Behandlung von Krankheiten gewinnt auch die Anwendung zur Linderung von Symptomen der Sucht an Bedeutung. Obwohl CBD keine Rauschzustände hervorrufen kann, hat es Auswirkungen auf den Gemütszustand des Anwenders. Es wirkt beruhigend, neuroprotektiv, und kann so Ängste und Nervosität lindern oder bei Schlaflosigkeit helfen. Diese Eigenschaften sind hilfreich bei der Bewältigung von Entzugs-Situationen. Australische Forscher haben kürzlich eine Studie zur Behandlung von Methamphetaminabhängigkeit erfolgreich durchgeführt.

Australische Forscher untersuchen CBD bei Methamphetaminabhängigkeit

In einer gemeinschaftlichen Forschungsarbeit der Macquarie University, der University of Sidney und der Lambert-Initiative haben sich die Wissenschaftler der drei Institutionen gezielt mit der Abhängigkeit von Methamphetamin auseinandergesetzt. Nachdem bereits erfolgreiche Studien zum Einsatz von CBD bei anderen Abhängigkeiten durchgeführt wurden, wollten sie das therapeutische Potenzial des Cannabinoids bei Methamphetaminsucht erforschen. Die Ergebnisse der Tierstudie sollen die Basis für die behördliche Genehmigung von klinischen Tests sein, denn die Mittel dazu stehen schon zur Verfügung.

CBD hemmt die Motivation der Sucht nachzugehen

Die vielversprechenden Ergebnisse wurden im Journal of Psychopharmacology veröffentlicht. Dort heißt es, Cannabidiol kann die Motivation senken, Methamphetamin zu konsumieren. Die 32 Ratten hatten in den Versuchen die Möglichkeit, sich durch Betätigen eines Hebels Methamphetamin selbst zu verabreichen. Manche Ratten hatten dies bis zu hundert Mal in der Stunde getan. Nach Verabreichen von Cannabidiol hat sich die Motivation den Hebel zu betätigen signifikant verringert. Auch die Neigungen rückfällig zu werden hat der Einsatz von CBD gesenkt. Die CBD-Dosis betrug für eine gute Wirkung 80 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht.

CBD könnte die erste medikamentöse Standardtherapie für Suchtbehandlung werden


Durch die deutlichen Resultate haben die drei Institutionen beantragt, dass Cannabidiol als Phamakotherapie für die Abhängigkeit von Methamphetamin in klinischen Versuchen getestet werden soll. Bisher gibt es kein zugelassenes Medikament, welches offiziell eine Therapie für die Sucht begleiten kann. Tatsächlich gibt bisher überhaupt keine Behandlung, die bei Meth-Sucht funktioniert. Man versucht nur auf psychosozialer Ebene dem Problem zu begegnen, oder auch mit Verhaltenstherapien. Die eigentlichen Symptome des Entzugs werden dadurch nicht gelindert. CBD bietet hier also eine neue Perspektive. Nach der Veröffentlichung der Studie bekommen die Wissenschaftler Rückmeldungen von Süchtigen, die selbst erfolgreiche Behandlungen mit Cannabidiol begannen.

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