Gesichtspflege

Woman Holding Her Hair

Historie

Seitdem es Menschen gibt, gibt es Hautpflege. Höhlenfunde der Steinzeit zeigen, dass schon damals Öle und verschiedene Essenzen zur Pflege der Haut benutzt wurden. Als Wiege der Kosmetik gilt das alte Ägypten. Beide Geschlechter salbten ihre Körper mit Tinkturen und Ölen, schminkten Lippen und Wangen in verschiedenen Rottönen, zogen die Brauen mit Stibium nach und färbten die Augenlider mit pulverisiertem Malachit. Das geheimnis- und sagenumwobene Mineral Malachit (dunkelgrünes Carbonatmineral) steht seit jeher für Schönheit, Sinnlichkeit, Verführung und Neugier und wurde in allen Kulturen (Ägypten, Antike, Europa) einer Göttin geweiht. Vorsicht: Das lösliche Kupfer im Malachitstaub ist allerdings giftig. Auch Stibium („Antimon“ oder „Grauspießglanz“, Halbmetall: Sb) zu verwenden, kann heute nicht mehr zur Nachahmung empfohlen werden. Antimon ist giftig und kann ähnliche Symptome verursachen wie Arsen oder Blei.

Wesentlicher Bestandteil der Bestattungsrituale war die Beigabe von Toilettenartikeln. Erste Beispiele fanden sich in Gräbern aus der prädynastischen Zeit (4300-3000 v. Chr.). In Ägypten entstand auch der Gedanke, die Schönheit eines Toten bzw. die Unversehrtheit der Körperhülle zu erhalten und ihre Vollkommenheit für das Leben im Jenseits zu bewahren. Im Laufe der Jahrhunderte wurde aus diesem Brauch die immer perfektere und bis heute bewunderte Konservierung des Leichnams durch Balsamierung.

Über den Stand der Hautpflege zu pharaonischer Zeit geben medizinische Papyri Aufschluss. Der umfangreichste dieser Papyri ist der “Papyrus Ebers”. Darin heißt es beispielsweise: „Je eine Einheit Gummi von Terebinthe (Pistazienbaum), Wachs, frischem Behenöl und Zyperngras werden fein zerrieben, in Pflanzensaft gegeben und täglich ins Gesicht gerieben.“ Es beseitigt die Falten im Gesicht. Behenöl ist ein Pflanzenöl aus den Samen des Meerrettichbaumes (Moringa oleifera), welcher auch heute noch in einigen arabischen Ländern angebaut wird. Es enthält vermutlich natürliche Antioxidanzien. Gegen trockene Haut empfiehlt der Papyrus „Galle vom Rind, Öl, Gummi und Straußenei-Mehl mischen, mit Pflanzensaft verdünnen und täglich das Gesicht damit waschen“.

Gautama Buddha Figure

Nofretete, Gattin des Pharao Echnaton (um 1370 v. Chr.), und Cleopatra (um 47 v. Chr.) schätzten den Saft der Aloe vera zum Erhalt ihrer Schönheit. Von Cleopatra ist außerdem überliefert, dass sie ausgiebig in erwärmter Eselsmilch badete, um ihre Haut geschmeidig zu halten. Das Rezept einer nährenden, Falten vorbeugenden Gesichtsmaske aus Eselsmilch, Honig und Mehl ist von der römischen Kaiserin Poppaea Sabina (um 62 n. Chr.) überliefert.

In den folgenden Jahrhunderten trat die körperliche Pflege zunächst in den Hintergrund. Erst im 11. Jahrhundert wurden die frühen medizinischen Berichte des Arztes Galen, der 153–201 in Rom gelebt hatte, wiederentdeckt. Sie bildeten die Grundlage der Medizin und Körperpflege bis über die Renaissance (Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit, zwischen 1400 und 1600) hinaus.

Im Spätmittelalter erfolgte die Trennung von Kosmetik und Medizin in zwei eigenständige Bereiche. Henri de Mondeville (1260-1320), Arzt für Chirurgie und Anatomie und Lehrer der Anatomie in Montpellier (F), unterschied zu Beginn des 14. Jahrhunderts in seinem Lehrbuch der Chirurgie zwischen pathologischen Veränderungen der Haut, die medizinisch therapiert werden müssen, und verschönernden Behandlungen der Haut, für die Kosmetika zuständig sind. Das war der erste schriftlich dokumentierte Schritt zur Unterscheidung der Disziplinen Kosmetik und Dermatologie.

Als einer der Vorreiter in Sachen „moderne Kosmetik“ gilt Christoph Wilhelm Hufeland (1762-1836), Arzt und Professor in Jena und Berlin. In seinen Schriften bezeichnet er die medizinische Kosmetik als „Hautkultur“, als ein Mittel zur Verlängerung des Lebens. Allerdings war die Kosmetik zu diesem Zeitpunkt noch weit von seriöser Wissenschaftlichkeit entfernt, und es haftete ihr noch viel Mysteriöses an. Sie war durchdrungen von magischen und abergläubischen Praktiken und stand der geheimnisumwitterten Lehre der Alchemie nahe.

Etwa ab den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts erlebte die pflegende Kosmetik einen weiteren entscheidenden Wandel: Wirkstoffe, Hilfsstoffe und Grundlagen wurden zunehmend wissenschaftlich erforscht, ihre Wirkung an und in der Haut nachvollzogen und dokumentiert. Heute tragen moderne hautpflegende Kosmetikprodukte nicht nur zur Schönheit, sondern auch zur Gesunderhaltung des Hautorgans bei.

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